Baugesuch für die Schweizerische Nationalbibliothek in Bern eingereicht
Bern, 10.09.2026 — Das Bundesamt für Bauten und Logistik BBL hat das Baugesuch für die Sanierung und Erweiterung der Schweizerischen Nationalbibliothek in Bern eingereicht. Aufgrund der bevorstehenden Bauarbeiten ziehen die Nationalbibliothek und das Bundesamt für Kultur etappenweise bis Ende November 2026 an einen provisorischen Standort um. Der Baubeginn ist für 2027 vorgesehen.

Das Bauvorhaben markiert den nächsten Meilenstein in der Weiterentwicklung der Nationalbibliothek zu einem zeitgemässen sowie öffentlich zugänglichen Ort für Wissen, Austausch und Innovation.
Grundlage bildet das Siegerprojekt «NATBIB» des Studienauftrags von 2023. Es stammt von der Arbeitsgemeinschaft Christ & Gantenbein Architekten aus Basel und Drees & Sommer Baumanagement aus Zürich. Dieses Projekt überzeugte insbesondere durch seinen sorgfältigen Umgang mit der bestehenden Bausubstanz sowie die architektonische Umsetzung der zukünftigen Anforderungen an eine zeitgemässe Nationalbibliothek.
Die Schweizerische Nationalbibliothek sammelt, erschliesst, erhält und vermittelt die sogenannten Helvetica – Texte, Bilder und Töne mit Bezug zur Schweiz – und sichert damit das kollektive Gedächtnis des Landes. Im Zuge der geplanten Transformation entwickelt sie sich weiter zu einem offenen Forum für Forschung, Inspiration und gesellschaftlichen Austausch.
Das Bauprojekt umfasst die Sanierung des bestehenden Gebäudeensembles an der Hallwylstrasse 15 in Bern aus dem Jahr 1931 sowie eine unterirdische Erweiterung. Dabei werden das Tragwerk des Gebäudes ertüchtigt, die Erdbebensicherheit verbessert und die raumklimatischen Bedingungen optimiert. Ziel ist es, die hohe baukulturelle Qualität des Bestands zu bewahren und gleichzeitig die infrastrukturellen Voraussetzungen für ein zeitgemässes Bibliotheksangebot zu schaffen. Der Bücherturm bleibt der klassischen Bibliotheksnutzung vorbehalten, während zukünftig das Erdgeschoss als Forums- und Begegnungszone stärker für das Publikum geöffnet wird.
Ergänzend entstehen Flächen für Ateliers und Spezialarbeitsbereiche sowie für die Digitalisierung und Logistik der Bestände. Sämtliche Eingriffe erfolgen in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege.
Der für die Umsetzung notwendige Verpflichtungskredit über 211,7 Millionen Franken wird mit der Immobilienbotschaft 2026 beim Parlament beantragt.
Im Hinblick auf die Bauarbeiten werden die Schweizerische Nationalbibliothek und das Bundesamt für Kultur ihren Betrieb vorübergehend an die Monbijoustrasse 72-74 in Bern verlegen. Der Umzug erfolgt etappenweise bis Ende November 2026. Während der letzten Umzugsphase bleibt die Nationalbibliothek vom 2. bis 29. November für das Publikum vorübergehend geschlossen.
Der Baubeginn ist für 2027 vorgesehen. Nach aktuellem Planungsstand ist die Inbetriebnahme der sanierten und erweiterten Nationalbibliothek für das Jahr 2034 vorgesehen.
Link zu Projektwebseite: www.sanierung-nationalbibliothek.ch
Link zum Newsbeitrag: Sanierung und Erweiterung Schweizerische Nationalbibliothek Bern

