Jahresbericht 2025 der EFK: Generationengerechte Verantwortung
Bern, 21.05.2026 — Was die Bundesverwaltung heute entscheidet oder unterlässt, hat Folgen für die kommenden Generationen. Die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) trägt dazu bei, Risiken früh zu identifizieren und aufzuzeigen, wo Handlungsbedarf besteht. Damit die EFK aber ihre Rolle als unabhängige Kontrollinstanz wirksam wahrnehmen kann, sieht sie Handlungsbedarf.
«Wir sind es künftigen Generationen schuldig, dass die Bundesverwaltung ihnen keine Lasten aufbürdet», führt EFK-Direktor Pascal Stirnimann aus. Dass dazu nicht nur finanzielle Schulden, sondern auch Umweltschäden zählen, zeigen zwei Prüfungen der EFK zu Altlasten: Für das ehemalige Munitionslager in Mitholz, in dem es 1947 zu Explosionen kam, sind bis 2045 Räumungskosten von 2,59 Milliarden Franken vorgesehen. Auch bis zur Sanierung der alten Deponie Gamsenried im Wallis, in der während Jahrzehnten chemische Abfälle lagerten, ist noch ein weiter Weg zu gehen und Massnahmen umzusetzen, um die finanzielle Last für den Bund zu minimieren. Weitere Lasten können durch nicht ausgewiesene Folgekosten entstehen.
Die EFK stellte fest, dass die Bundesverwaltung künftige IT-Betriebskosten nicht früh genug abschätzt. Das birgt das Risiko, dass heu-tige Vorhaben künftige Budgets belasten. Dieses Risiko zeigt sich auch in anderen Bereichen. So wies die EFK bei den Bauarbeiten auf den Militärflugplätzen, auf denen später die F-35A-Kampfjets stationiert werden, auf Mehrkosten hin und verlangte, dass diese vollständig ausgewiesen werden.
Die Cybersicherheit hat bei Prüfungen der EFK einen hohen Stellenwert. Bei der elektronischen Identität (e-ID) identifizierte die EFK sowohl in der Cybersicherheit als auch beim Datenschutz Risiken. Alle Sicherheitsfragen müssen vor der Einführung der e-ID geklärt sein. Andernfalls könnte das Vertrauen in die Digitalisierungsprojekte des Bundes Schaden nehmen.
Politikfinanzierung – Diese Aufgabe gefährdet die DNA der EFK
Auch das Vertrauen in die EFK steht auf dem Spiel. Seit 2022 nimmt sie Vollzugsaufgaben im Bereich der Transparenz bei der Politikfinanzierung wahr. Eine Studie sieht dadurch die Unabhängigkeit der EFK gefährdet – und damit der zentrale Grundpfeiler ihrer Tätigkeit. Das Thema Politikfinanzierung ist stark politisiert. Das bedroht die Reputation und die Glaubwürdigkeit der EFK.
Die Studienautoren stellen fest: Der EFK Vollzugsaufgaben zu übertragen, gefährdet ihren Kernauftrag, was verfassungsrechtlich problematisch ist. Die EFK sieht sich durch die Studie bestätigt: Der Auftrag einer obersten Finanzaufsichtsbehörde besteht darin, die Ausgaben der Bundesverwaltung zu prüfen, nicht aber private Mittel politischer Akteure. Der Vollzug der Transparenz bei der Politikfinanzierung darf langfristig nicht bei der EFK angesiedelt werden.
Der Jahresbericht 2025 der EFK sowie die Studie der Universität Bern sind auf ihrer Website verfügbar.
