Armeebestand heute ausreichend – Rückgang bis 2030
Bern, 06.10.2026 — Die Armee verfügt aktuell über genügend Armeeangehörige, um ihre Leistungen zu erbringen. Die Armeeauszählung 2026 weist einen Bestand von 147'017 Armeeangehörigen aus. Bis 2030 wird dieser jedoch voraussichtlich auf unter 130'000 sinken. Die Sicherung der Armeebestände bleibt deshalb eine zentrale Herausforderung.
Die Armeeauszählung 2026 liegt vor. Sie enthält Zahlen über die Armeebestände per 1. März 2026 und zeigt auf, dass aktuell noch genügend Armeeangehörige in den Formationen eingeteilt sind, so dass die Armee die von ihr geforderten Leistungen erbringen kann.
Mit 147'017 ist der Bestand an in Formationen eingeteilten Armeeangehörigen aktuell ausreichend, um den Sollbestand von mindestens 100'000 Armeeangehörigen im Einsatzfall sicherzustellen. Bis zum Jahr 2030 wird der Armeebestand voraussichtlich aber auf unter 130'000 sinken, nachdem die beiden letzten Jahrgänge mit zwölf Jahren Militärdienstpflicht in den Jahren 2028 und 2029 aus der Armee entlassen sein werden.
Die Anzahl der für den laufenden Ausbildungsbetrieb verfügbaren Armeeangehörigen hat sich im Vergleich zum Vorjahr positiv entwickelt (+2.5 Prozentpunkte). Dies wirkt sich insbesondere auf die Bestände in den Wiederholungskursen günstig aus.
Zahl der Frauen steigt weiterhin leicht an
Trotz insgesamt rückläufiger Rekrutierungen ist ein weiterer Anstieg bei den weiblichen Armeeangehörigen zu verzeichnen. Aufgrund des anhaltend grossen Interesses von Frauen für eine Kaderlaufbahn, welche eine längere Militärdienstpflicht mit sich bringt, ist davon auszugehen, dass der Frauenanteil weiter leicht ansteigen wird.
Die Einführung eines obligatorischen Orientierungstages könnte den Frauenanteil langfristig weiter erhöhen. Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 9. September 2026 die entsprechende Botschaft verabschiedet. Sie wird nun dem Parlament unterbreitet. Die Volksabstimmung dazu wird voraussichtlich im Jahr 2028 stattfinden.
Vorzeitige Abgänge nehmen zu
Mit der aktuellen Militärtauglichkeitsquote von 70 Prozent und einem moderaten demografischen Wachstum bei den Stellungspflichtigen wäre die Nachwuchsgewinnung sichergestellt. Allerdings nehmen die vorzeitigen Abgänge insbesondere in den Zivildienst zu. Aktuell gehen knapp 12'000 Militärdienstpflichtige pro Jahr verloren. Nebst den bereits ergriffenen Massnahmen soll eine stärkere Flexibilisierung der Ausbildungs- und Laufbahnmodelle dieser Entwicklung entgegenwirken.
Die Sicherung der Bestände ist ein wesentliches Ziel der langfristigen Weiterentwicklung des Dienstpflichtsystems. Dies ist im zweiten Teil des Berichts des Bundesrates über die Alimentierung von Armee und Zivilschutz aus dem Jahr 2022 festgehalten. Das Parlament hat den Bundesrat im Jahr 2025 beauftragt, die Sicherheitsdienstpflicht umzusetzen, um die personellen Bestände der Armee und des Zivilschutzes zu sichern. Der Bundesrat hat am 24. Juni 2026 dazu die Eckwerte der Sicherheitsdienstpflicht beschlossen. Aktuell werden die Kantone konsultiert.
