Zusammenarbeit im Katastrophenfall: Schweizer und europäische Rettungskräfte trainieren erfolgreich die Bewältigung eines schweren Erdbebens
Bern, 09.10.2026 — Rund 500 Beteiligte – davon etwa die Hälfte aus dem Ausland – haben vom 6. bis zum 9. Oktober 2026 im Übungsdorf Epeisses (GE), in der Stadt Genf und auf dem Militärflugplatz Payerne (VD) die Bewältigung der Folgen eines schweren Erdbebens geübt. Die Übung EU MODEX Switzerland 2026 war ein Erfolg: Die teilnehmenden Teams konnten wertvolle Erfahrung sammeln, ihre Kompetenzen erweitern und ihre Zusammenarbeit stärken. Zum ersten Mal war die Schweiz Gastgeberin einer internationalen Bevölkerungsschutzübung im Rahmen des EU-Katastrophenschutzmechanismus (UCPM).
Das Szenario von EU MODEX Switzerland 2026 war ein starkes Erdbeben, das in den Kantonen Genf, Waadt und Freiburg sehr schwere Schäden verursacht hatte. Das Szenario sah vor, dass die kantonalen Behörden und die Nationale Alarmzentrale den Bundesrat ersuchten, über den europäischen Katastrophenschutzmechanismus (UCPM) internationale Hilfe anzufordern. Die Europäische Union mobilisierte daraufhin Einsatzteams und weitere Ressourcen aus mehreren Ländern, die in die Schweiz reisten, um sich an den Rettungseinsätzen zu beteiligen.
Auf dem Hauptübungsgelände der EU MODEX Switzerland 2026, dem Übungsdorf Epeisses, trainierten die Zivilschutzorganisationen der Kantone Genf und Waadt am 5. und am 6. Oktober zwei Tage lang die Suche nach Opfern in den Betontrümmern. Unterstützt wurden sie dabei insbesondere von Suchhunden.
Tag und Nacht
Sie wurden danach von Teams aus mehreren Ländern (Italien, Bulgarien, Griechenland, Kroatien, Belgien, Armenien) abgelöst, welche die Sucharbeiten in den Trümmern ohne Unterbruch, also auch in der Nacht, bis Mitte Vormittag am 8. Oktober fortsetzten. Danach folgten erste Nachbesprechungen und Hot Debriefs mit den Teilnehmenden. Beendet war die Übung am 9. Oktober.
Ziel der Übung war, die Interoperabilität und die Zusammenarbeit der verschiedenen Einsatzmodule in einem Gastland zu testen. Die Schweiz war für den reibungslosen Ablauf der Übung, die Koordination zwischen den Behörden sowie die logistische Unterstützung zuständig. Die Zusammenarbeit zwischen dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz, den zuständigen Stellen bei den Kantonen Genf und Waadt sowie den weiteren beteiligten Stellen des Bundes verlief einwandfrei.
Am Vormittag des 7. Oktober empfingen die Organisatoren rund 80 hochrangige Gäste der Bundesverwaltung, der Armee, der kantonalen Behörden und von internationalen Organisationen. Dieser Anlass bot die Gelegenheit, den geladenen Personen die konkreten Einsätze vor Ort zu zeigen und den Ablauf der Übung zu erklären.
Es ist das erste Mal, dass die Schweiz eine solche Übung organisiert und ausgerichtet hat. Angesichts der internationalen Sicherheitslage gewinnt die zwischenstaatliche Zusammenarbeit zunehmend an Bedeutung. Wie wichtig diese ist, zeigte sich nach dem tragischen Brand in Crans-Montana am 1. Januar 2026: Der UCPM half der Schweiz entscheidend dabei, Dutzende von Patientinnen und Patienten in spezialisierte Spitäler im Ausland zu verlegen, und trug so zur Rettung zahlreicher Leben bei.
