Die Schweiz wertet ihre Präsenz in Syrien auf
Bern, 09.07.2026 — Seit dem Fall der Assad-Regierung Ende 2024 befindet sich Syrien in einem fundamentalen Wandel. Die Schweiz hat deshalb ihre Bemühungen für eine politische Transition sowie die sozioökonomische Entwicklung des Landes verstärkt und das bisherige humanitäre Büro Anfang 2026 in ein Kooperationsbüro umgewandelt. Die Direktorin der DEZA, Patricia Danzi, und Botschafterin Monika Schmutz Kirgöz, Chefin der Abteilung Mittlerer Osten und Nordafrika (MENA), eröffneten das Kooperationsbüro offiziell am 08.07.2026 in Damaskus und machten sich ein Bild der neuen Schweizer Aktivitäten vor Ort.
Mehr als ein Jahrzehnt nach Ausbruch des Konflikts ist die Situation in Syrien von grosser Unsicherheit geprägt. Über 16 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Zugleich haben sich mit dem Sturz von Baschar al-Assad neue Perspektiven eröffnet. «Die Lage in Syrien und in der Region bleibt fragil, und die humanitären Bedürfnisse sind weiterhin gross. Mit dem Kooperationsbüro in Damaskus bleiben wir nah bei den Menschen: Zusätzlich zu unserer humanitären Hilfe unterstützen wir neu gezielt auch längerfristige Perspektiven», sagt Patricia Danzi, Direktorin der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) des EDA.
Mit dem Kooperationsbüro verstärkt die Schweiz ihre Unterstützung für eine friedliche und inklusive politische Transition sowie Reformen und entwicklungspolitische Massnahmen. Ziel ist, die Stabilität und Entwicklung zu fördern, um einen dauerhaften Frieden zu erreichen. Für die kommenden Jahre setzt die Schweiz dabei auf vier Schwerpunkte: menschliche Entwicklung, Klima und Umwelt, Wirtschaftsentwicklung sowie Frieden und Gouvernanz.
Zu den Treffen mit den Vertretern der syrischen Übergangsregierung sagt Monika Schmutz Kirgöz, Chefin der EDA-Abteilung Mittlerer Osten und Nordafrika (MENA): «Aufgrund der Gespräche mit dem Aussenministerium hat sich gezeigt, dass die Übergangsregierung trotz zahlreicher Herausforderungen weiterhin das Ziel verfolgt, das Land neu aufzubauen. Die Schweiz sieht dies als Chance für ein inklusives Syrien und unterstützt Bemühungen in diese Richtung.»
Lange Zeit einziges Land mit ständiger humanitärer Präsenz in Damaskus
Seit 2017 war die Schweiz in Damaskus mit einem humanitären Büro der DEZA präsent. Bis Ende 2024 war sie das einzige Land mit einer ständigen humanitären Präsenz in der syrischen Hauptstadt. Mit der Umwandlung in ein Kooperationsbüro verfügt die Schweiz über zusätzliche Instrumente und Kompetenzen. Da die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen in der Region eng miteinander verknüpft sind, verfolgt die Schweiz einen Ansatz, der die regionalen Bedürfnisse berücksichtigt. Die Aktivitäten des Kooperationsbüros werden gemeinsam von der DEZA, der Abteilung Frieden und Menschenrechte (AFM) und dem Staatssekretariat für Migration (SEM) umgesetzt. Dies stellt eine kohärente Umsetzung der schweizerischen Aussenpolitik sicher. Die diplomatischen und konsularischen Anliegen in Syrien werden weiterhin von der Schweizer Botschaft in Beirut wahrgenommen.
