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MedienmitteilungVeröffentlicht am 23. Oktober 2026

30 Jahre Partnerschaft für den Frieden: Reise der Botschafterinnen und Botschafter von NATO-Staaten in die Schweiz

Bern, 23.10.2026 — Anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Partnerschaft für den Frieden zwischen der Schweiz und der NATO haben Vertreterinnen und Vertreter von 27 NATO-Staaten vom 21. bis 23. Oktober die Schweiz besucht. Im Zentrum standen die langjährige Zusammenarbeit mit der NATO und deren Weiterentwicklung angesichts der veränderten sicherheitspolitischen Lage in Europa. Die Botschafterinnen und Botschafter erhielten Einblick in konkrete Aspekte der Schweizer Sicherheitspolitik und der Zusammenarbeit mit der NATO. Zudem bot der Besuch Gelegenheit für hochrangige Gespräche.

Seit 30 Jahren beteiligt sich die Schweiz an der Partnerschaft für den Frieden (Partnership for Peace, PfP) der NATO. Die 1996 begründete Partnerschaft hat sich als wertvoller Rahmen für die internationale sicherheitspolitische Zusammenarbeit bewährt. Sie ermöglicht der Schweiz einen regelmässigen Austausch mit der NATO und den NATO-Staaten und bildet die Grundlage für eine Zusammenarbeit in beidseitigem Interesse.

Anlässlich dieses Jubiläums reisten die Ständigen Vertreterinnen und Vertreter von27 der 32 NATO-Mitglieder in Brüssel in die Schweiz. Das Besuchsprogramm gab ihnen Einblick in zentrale Bereiche der Schweizer Sicherheitspolitik. Im Fokus standen das Thema Innovation mit einem Besuch des Innovationscampus der ETH, der Schutz kritischer Infrastrukturen, das Kompetenzzentrum der Schweizer Armee für die internationale militärische Friedensförderung, Resilienz und Bevölkerungsschutz sowie die Rüstungsindustrie anhand eines Austauschs mit mehreren Schweizer Firmen und Start-Ups. Weitere Programmpunkte widmeten sich der Armee und dem Schweizer Milizsystem. Die Delegation besuchte eine Armeeübung, das Cyberkommando sowie das Drohnen- und Robotikzentrum von armasuisse. Durch den Besuch konnte die Schweiz aufzeigen, wie sie als neutrales Land konkrete Beiträge zur internationalen Sicherheit leistet und zugleich ihre eigenen Fähigkeiten weiterentwickelt.

Der sicherheitspolitische Kontext der Schweiz hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Der Krieg Russlands gegen die Ukraine stellt eine Zäsur dar und hat die Bedrohungslage in Europa nachhaltig verschärft. Mit der Sicherheitspolitischen Strategie 2026 trägt der Bundesrat dieser Entwicklung Rechnung. Sie setzt auf eine stärkere Widerstandsfähigkeit der Schweiz, verbesserte Schutz- und Präventionsmassnahmen, die Weiterentwicklung ihrer Verteidigungsfähigkeiten sowie eine stärkere internationale Zusammenarbeit im Bereich der Verteidigung. Die Programmpunkte der Reise verdeutlichen, wie diese Bereiche ineinandergreifen und wie die Schweiz zur eigenen Sicherheit und zugleich zu den Prioritäten der NATO beitragen.

Politischer Dialog und praktische Zusammenarbeit

Mit Bundesrat Martin Pfister, Departementschef des VBS, Markus Mäder, Staatssekretär für Sicherheitspolitik, und Benedikt Roos, Chef der Armee, standen der politische Dialog und die praktische Zusammenarbeit im Zentrum. Weiter stellte der Delegierte des Bundesrats für die Ukraine, Jacques Gerber, das Länderprogramm für die Ukraine vor.

Zu den konkreten Beiträgen der Schweiz an die Zusammenarbeit mit der NATO gehören u.a. der Einsatz der SWISSCOY im Rahmen der Kosovo Force (KFOR), die drei Genfer Zentren (Genfer Zentrum für Sicherheitspolitik, GCSP; Genfer Internationales Zentrum für Humanitäre Minenräumung; GICHD, und Genfer Zentrum für die Gouvernanz des Sicherheitssektors, DCAF), Ausbildungs- und Trainingsprogramme, die Unterstützung der Ukraine sowie Forschungs- und Technologieprojekte. Mit dem Partnerschaftsprogramm (Individually Tailored Partnership Programme, ITPP) 2025–2028 setzt die Schweiz den Fokus auf die Bereiche Interoperabilität, Verteidigungsindustrie und Innovation, Widerstandsfähigkeit sowie den Schutz kritischer Infrastrukturen.