Stärkung der Widerstandsfähigkeit und Nachhaltigkeit der Schweizer Armee: Schweiz war Gastgeberin des 13. Treffens der Forschungsarbeitsgruppe Energie und Umwelt der Europäischen Verteidigungsagentur
Bern, 25.06.2026 — Über 70 Fachpersonen aus 18 europäischen Nationen kamen am 23. und 24. Juni 2026 zum Treffen der «Energy and Environment Capability Technology Group» (EnE CapTech) der Europäischen Verteidigungsagentur (EVA) in Zürich zusammen. Vertreterinnen und Vertreter aus Verteidigungsministerien, EU- Organisationen, Industrie sowie Forschung von EU-Mitgliedstaaten und Partnerstaaten diskutierten über Herausforderungen und Lösungen, um die europäische Forschung und Technologieentwicklung im Energiebereich zu fördern und damit die Widerstandsfähigkeit und Nachhaltigkeit der Streitkräfte der beteiligten Staaten zu stärken.
Erstmalig war die Schweiz, vertreten durch den Kompetenzbereich Wissenschaft und Technologie des Bundesamts für Rüstung armasuisse, seit der Gründung des «Energy and Environment CapTech» im Jahr 2022, Gastgeberin des Treffens. Die Gruppe trifft sich drei Mal jährlich zur Diskussion und Koordination von Forschungsprojekten zu verteidigungsrelevanten Energie- und Umweltthemen.
Ziel ist es, die Fähigkeiten durch die Stärkung der Widerstandsfähigkeit und Nachhaltigkeit der Streitkräfte der teilnehmenden Länder zu verbessern.
Im Mittelpunkt dieses Treffens standen Fortschritte laufender Forschungsprojekte sowie neue Ansätze zur Verbesserung der Energieautonomie und Widerstandsfähigkeit militärischer Einrichtungen. Diskutiert wurden unter anderem innovative Lösungen für energieeffiziente Infrastruktur, verteidigungsfähige Energiesysteme sowie nachhaltige Technologien für die Streitkräfte.
Ein wichtiger Meilenstein des Treffens war die Vorstellung der aktualisierten strategischen Forschungs- und Innovationsagenda (SRIA) von EnE CapTech, in der ein militärischer Energiekreislaufansatz vorgestellt wurde. Dieser bietet einen operativ relevanteren Rahmen für die künftige Verteidigungsforschung und -innovation.
Auf dem Programm standen ausserdem Diskussionen über das Konsultationsforum für nachhaltige Energie im Verteidigungs- und Sicherheitssektor (Consultation Forum for Sustainable Energy in the Defence and Security Sector, CF SEDSS) und das Inkubationsforum für Kreislaufwirtschaft in der europäischen Verteidigung (Incubation Forum for Circular Economy in European Defence, IF CEED). Die Teilnehmenden besprachen mögliche Synergien, um die Initiativen mit den CapTech Aktivitäten im Bereich der nachhaltigen Energie und der Energiesicherheit näher zusammen zu bringen. Dabei wurden deren Beiträge zur Stärkung der Energieversorgungssicherheit, der Nachhaltigkeit und der Innovation in der gesamten europäischen Verteidigungslandschaft hervorgehoben.
Energiepositive Militärinfrastruktur: Forschungsprojekt E+ZERO mit Schweizer Beteiligung
Seit 2024 beteiligt sich die Schweiz bereits ab der Konzeptionsphase am Forschungsprojekt E+ZERO. Dieses Projekt wurde im Rahmen der EnE CapTech-Initiative entwickelt.
Das Projekt E+ZERO hat zum Ziel, mobile und stationäre Einrichtungen zu entwickeln, die mehr Energie erzeugen als sie verbrauchen. Mögliche Lösungen umfassen aufeinander abgestimmte Energiesysteme mit erneuerbaren Energiequellen, Speichersystemen und digitalem Energiemanagement. Dadurch sollen militärische Einrichtungen auch unter anspruchsvollen Einsatzbedingungen unabhängiger von externen Versorgungsstrukturen werden.
Zentrum Energie für Verteidigung und Sicherheit ZEVS der armasuisse
armasuisse Wissenschaft und Technologie hat 2025 den Bereich «Zentrum Energie für Verteidigung und Sicherheit ZEVS» neu ins Leben gerufen. Dieser beschäftigt sich mit Fragen der Energieversorgung und -technologie im militärischen Bereich. Zentrale Handlungsfelder sind unter anderem Autonomiefähigkeit von Arealen sicherstellen, resiliente Treibstoffversorgungen (Sustainable Aviation Fuel, SAF) entwickeln oder auch mobile Stromversorgung bereitzustellen.
Verstärkte internationale Zusammenarbeit der Schweiz in der Forschungs- und Technologieentwicklung
Die Schweiz unterzeichnete im Jahr 2012 eine Vereinbarung mit der EVA, um die Zusammenarbeit im Bereich Forschungs- und Technologieentwicklung zu fördern. Die Vereinbarung, das sogenannte Administrative Arrangement, wurde im Dezember 2025 aktualisiert. Die aktualisierte Vereinbarung klärt die Prozesse rund um die Teilnahme an Projekten sowie Programmen und ermöglicht einen Ausbau der Zusammenarbeit insbesondere in den Bereichen gemeinsame Fähigkeitsentwicklung und Beschaffung. Angesichts des verschlechterten sicherheitspolitischen Umfelds in Europa war eine strategischere Ausrichtung der Zusammenarbeit angezeigt. Dies erlaubt es der Schweiz, ihre Zusammenarbeit mit europäischen Staaten im Sicherheits- und Verteidigungsbereich weiter auszubauen. Dadurch werden die Interoperabilität und Handlungsfähigkeit der Schweiz gestärkt.
